| Gastkommentar |
1. Gegenwärtige makroökonomische Situation Die gegenwärtige makroökonomische Lage ist durch eine tiefgehende Verunsicherung hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung geprägt. Nach dem Investitionsboom der vergangenen Jahre, hervorgerufen durch die Liberalisierung der Telekom-Märkte und dem Siegeszug des Internets, leidet insbesondere die IT-Branche an strukturellen Problemen und Überkapazitäten. Die Kapitalmärkte spiegeln derzeit die gegenwärtige gesamtwirtschaftliche Verunsicherung wieder. Viele Wachstumsträume sind geplatzt, anstelle der bedingungslosen Expansion ohne Betrachtung der Kostenseite ist bei vielen Firmen heute "Gesundschrumpfen" und Kostenkontrolle angesagt. Die Beschaffung von Eigen- oder Fremdkapital, vor wenigen Jahren noch im Überfluss vorhanden, ist heute mehr als schwierig, wenn nicht unmöglich. Die Anleger fliehen vor Aktien in Rentenpapiere, oder besser gleich in Geldmarktfonds, um ihr Geld sicher zu parken. 2. Zukünftig zu erwartende makroökonomische Situation Auch wenn es sicherlich schwierig ist, den exakten "turning point" bei Konsumentenvertrauen oder Investitionsverhalten der Unternehmen vorauszusagen, so lässt sich generell feststellen, dass wesentliche Nachfrageimpulse im Technologiebereich - wie schon in der Vergangenheit - nur über Innovationen kommen werden. 3. Innovationsschub aus dem Nanokosmos Wir sind überzeugt davon, dass wir in unserer Wirtschaft kein Innovationsproblem haben. Ganz im Gegenteil, insbesondere die zahlreichen Aktivitäten im Bereich der Nanotechnologie belegen ja, wie immens der hieraus erzielbare potentielle Nutzen für die unterschiedlichsten Wirtschaftsbereiche sein kann. Der eigentliche Charme der Nanotechnologie besteht vielleicht nicht einmal darin, gänzlich neue Produkte zu entwerfen, sondern über damit möglich gewordene Produktverbesserungen vormalig als "gesättigt" eingestufte Industriebereiche mit neuer Dynamik und neuen Innovationen in Form von entscheidenden Produktverbesserungen zu versehen. Klar ist heute schon, dass Nanotechnologie je nach Anwendung effizientere Material-, Energie- und/oder Informationsausnutzung bedeutet. Somit hilft Nanotechnologie den Unternehmen entweder, bestehende Prozesse kostengünstiger, effizienter, ressourcenschonender zu gestalten. Oder sie versetzt sie in die Lage, über entsprechend verfeinerte Zwischen- oder Endprodukte dem Konsumenten einen "Produkt-Mehrwert" anzubieten, was für die Firmen entsprechend höhere Umsätze und Erträge bedeuten sollte. 4. Investieren in börsennotierte Nanotechnologieunternehmen Wenn wir davon ausgehen, dass der nanotechnologisch kreierte Wertschöpfungsanteil in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stetig wachsen wird (was als sicher gelten kann, gehen wir doch von einem derzeit niedrigen Niveau aus), so stellt sich die Frage, über welche Firmen man an der erwarteten Wertschöpfung am sinnvollsten teilnehmen können wird. Als Privatanleger steht man hierbei vor der großen Herausforderung, sich in sehr heterogenen Märkten mit den unterschiedlichsten Gesetzmäßigkeiten zurechtfinden zu müssen. So unterscheiden sich die Untersektoren zum Teil beträchtlich hinsichtlich Konkurrenzsituation, Eintrittsbarrieren, Produktvielfalt, Sektordynamik, "Top-line"-Marktentwicklung, Konkurrenztechnologien, Wertschöpfungskette, Vertriebswege etc. Für den Privatanleger dürfte es somit sehr schwer sein, einen umfassenden Überblick zu bewahren, und eine ausgewogene Depotstruktur unter besonderer Berücksichtigung der Marktdynamik der einzelnen Sektoren zu finden. Wir warnen deshalb generell davor, ausschließlich in kleine, hochspezialisierte Unternehmen zu investieren mit der als sicher geglaubten Aussicht, es handle sich hierbei "ganz sicher" um die großen Gewinner von morgen. Nanotechnologie ist absolute Spitzentechnologie und ist somit sehr kapital- und wissensintensiv. Kleine Firmen müssen sich hierbei naturgemäß stärker konzentrieren (auf gewisse Prozesse oder Endprodukte), und sind entsprechend gefährdet, sollte die Entwicklung aufgrund neuer Erkenntnisse/Technologiesprünge in eine andere Richtung gehen. Auch ist zu bedenken, dass Nanotechnologieprodukte in den seltensten Fällen direkt an den Endkunden ausgeliefert werden, sondern Teil einer größeren Wertschöpfungskette sind, und deshalb sinnvoll in diese Wertschöpfungskette eingebunden werden müssen. Entscheidend für den Erfolg kleinerer Firmen ist somit auch, inwieweit Kontakte zu größeren Partnern bestehen, die ihrerseits bereit sind, das Nanotech-Subsystem in bestehende Systeme zu integrieren bzw. zu vertreiben. Bei einem finanziellen Engagement in größere Firmen geht man dahingegen unter Umständen ein Investment ein, wo die erhoffte Wertschöpfung durch Aktivitäten im Nanotechnologiebereich durch andere, klassische Unternehmensaktivitäten mehr als konterkariert werden. Bei großen Unternehmen ist somit immer zu untersuchen, ob der nanotechnologisch kreierte Wertschöpfungsanteil zumindest auf Zeit die Gesamtwertschöpfung und somit auch die Aktienkursentwicklung wird positiv beeinflussen können. Nehmen wir zum Beispiel die "Nanogrundrohstofflieferanten" wie Bayer, BASF, Degussa, Du Pont. Sollten diese Firmen sich auch zukünftig nur mit der Lieferung der Nano-Grundsubstanzen (Gesamtmarkt weltweit in 2002 bei "nur" $100 Mio.) begnügen wollen, also nicht daran interessiert sein, weitergehende Wertschöpfung aus diesen Substanzen generieren zu wollen (z.B. in Form von hocheffizienten Nanokatalysatoren, flexiblen Displays, etc...), so macht ein Engagement in derartigen Firmen unter "Nanotech-Wertschöpfungsgesichtspunkten" keinen Sinn, da der Nanotech-Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens verschwindend gering sein wird. 5. Das Konzept des Publikumsfonds Activest Lux NanoTech Mit dem Activest Lux NanoTech hat der Privatanleger die Möglichkeit, in Form eines umfassend und ausgewogen diversifizierten Portfolios an den Entwicklungsmöglichkeiten der Nanotechnologie schon heute teilzunehmen. Der Fonds ist derart aufgebaut, dass er sowohl unterschiedliche Untersektoren als auch eine ausgewogene Marktkapitalisierungsstruktur der aufgenommenen Unternehmen aufweist. So besitzen nur ca. 20% der aufgenommen Werte eine Marktkapitalisierung von <$100 Mio., 50% haben eine Marktkapitalisierung zwischen $100 Mio. und $5 Mrd., abgerundet wird das Portfolio durch Big Caps mit einer Marktkaptitalisierung von >$5 Mrd. Die aktuelle Positionierung des Fonds mit den Top10 Positionen befindet sich unter http://www.activest.de/de/home/index.jhtml?pageId=3011&wkn=661705 . Die größte Einzelgruppe des Fonds mit ca. 40% des Depotvolumens stellt derzeit die Gruppe der Hersteller der Prozess- und Analysegeräte. Die nächste Gruppe des Fonds wurde unter dem Namen "Dünnschichtfilme" zusammengefasst (ca. 12% Depotanteil). In die Gruppe der "Displaytechnologien" (ca. 11% Depotanteil) wurden Firmen zusammengefasst, welchen wir hohes Innovationspotential bei der Entwicklung neuer Displaytechnologien zugestehen. In die Gruppe "Halbleiter-Technologie" (Depotanteil ca. 9%) wurden zum einen "klassische" Halbleiter-Firmen aufgenommen, die wir als technologisch führend beim Entwickeln kleinerer nanoskaliger Strukturen einstufen, zum anderen Firmen, welche wir als Vorreiter ansehen beim Entwickeln mikro-/nanoskaliger Sensoren. Die Gruppe der "Diversifizierten Big Caps" (ca. 20% Depotanteil) dient in gewisser Weise der Abrundung des Depots. Es wurde hierbei jedoch Wert darauf gelegt, nur Titel aufzunehmen, bei denen wir zumindest in Zukunft eine signifikante Wertschöpfung über Nanotech-Aktivitäten erwarten. In die Gruppe der Biotechs (ca. 7% Depotanteil) wurden Werte aufgenommen, welche in den Bereichen der Bioanalytik tätig sind, auch in den Bereichen der DNS-/Proteinanalyse. Es mag vielleicht überraschen, dass die Gruppe der "Nano-Grundrohstoffe" bzw. "Nanopartikel" mit 1% Depotanteil eine wohl fast vernachlässigbare Größe darstellt. Wir sind jedoch der Ansicht, dass auf mittel- bis langfristige Sicht die bei weitem größere Wertschöpfung denjenigen Firmen zugute kommen wird, welche aus den Grundrohstoffen weitergehende Nanosysteme/nanostrukturierte Materialien entwickeln (wie z.B. Displays, Nanofilter, nanostrukturierte Oberflächen u.a.) 6. Abschließende Bemerkungen zum Activest Lux NanoTech Wir glauben, dass wir mit dem Activest Lux NanoTech ein innovatives und fokussiertes Produkt entworfen haben, mit welchem der Anleger schon heute an den unterschiedlichsten Entwicklungen und Strömungen der Nanotech-Szene teilnehmen kann. Zur Titelauswahl wurde eine eigene "Customized Benchmark" entworfen, welche aus ca. 60 Werten besteht. Der Dynamik des Sektors entsprechend wird diese Titelauswahl selbstverständlich laufend an die neueren Entwicklungen / Tendenzen im Nanotechnologiebereich angepasst, ebenso wie die Gewichtung der einzelnen Untersektoren. Wir haben somit ein hochflexibles Produkt kreiert, welches sich ausschließlich an der zu erwarteten Wertschöpfung im Nanotechnologiebereich orientieren soll. Es ist uns sehr wohl bewusst, dass wir uns kurzfristig nur sehr schwer von den bestehenden Markttrends werden abkoppeln können, dazu unterscheidet der Kapitalmarkt kurzfristig zu wenig zwischen den Einzelwerten. Nach den starken Kursrückgängen der vergangen Jahre sind jedoch viele auch im Fonds vertretenen Titel bewertungsmäßig wieder auf einem Niveau angekommen, wo wir das weitere Rückschlagspotential als sehr begrenzt ansehen. Des weiteren sind wir überzeugt davon, dass bei einer sich insgesamt abzeichnenden Stabilisierung der Volkswirtschaften die Anleger wieder von eher defensiven Anlageformen in Wachstumssektoren gehen werden, was der Kursentwicklung der einzelnen Werte Unterstützung geben dürfte. Wir gehen deshalb davon aus (und das ist unsere große Motivation!), dass der Fonds durch seine Zukunftsorientierung mittel- bis langfristig eine interessante Alternative etwa zu herkömmlichen Technologiefonds darstellt. Denn viele im Fonds vertretene Werte werden ihr Wachstumspotential erst in Zukunft so richtig ausspielen können. Dieses Produkt ist somit eher für den mittel- bis langfristig orientierten Anleger gedacht, welcher das herausragende langfristige Potential dieser Branche sieht, und sich entsprechend frühzeitig positionieren will. Aufgrund der nach wie vor vorhandenen großen Volatilität der Aktienmärkte ist das Produkt insbesondere auch im Rahmen eines Sparplanes geeignet. Es ist uns weiterhin sehr wohl bewusst, dass wir aufgrund unseres "first mover"-Status in der Verpflichtung stehen, hohe Qualitätsmaßstäbe an das "Nanoprodukt" anzulegen. Wir setzen damit zunächst einmal den Standard, und wir haben alles Interesse daran, diesen Standard auch hoch zu halten (auch im Hinblick auf etwaige "Nachahmer"): also kein verwässertes "Mogelprodukt", aber auch kein hochriskantes, viel zu engmaschig aufgezogenes "Penny-Stock-Portfolio", sondern ein umfassend diversifizierendes Portfolio der vermeintlichen Technologieführer der Nanotechnologie-Verfahren/-Prozesse und -Produkte unter Berücksichtigung der gesamten Wertschöpfungskette. Wir versuchen, mit der Nanotechnologie-Thematik verantwortungsbewusst umzugehen, etwa um übertriebenen Erwartungshaltungen entgegenzuwirken, sollte sich an den Börsen eine entsprechende Tendenz ausbreiten. Dies auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen der vergangen Jahre. Gerade in Diskussionen mit potentiellen Anlegern sehen wir den großen Bedarf an Aufklärung. Wir meinen, dass gerade die eher "weniger gut informierten" Anleger erst Schritt für Schritt langsam an die Thematik herangeführt müssen, um eventuellen Missbrauch zu vermeiden. Wir wenden uns deshalb mit dem Produkt an die eher "instruierten" Anleger, welche mit uns sowohl die Faszination der Nanotechnologie teilen, und welche gleichermaßen Chancen wie Risiken eines derartigen Investments sehen. Wir freuen uns über nützliche Anmerkungen, Hinweise und Vorschläge der www.nano-invest.de Gemeinde! |