Gastkommentar



 

Gastkommentar

von Michael Krueger
Flüssigkristalle in der Nanotechnologie

Teil 2: Was ist Nanotechnologie?

Was heutzutage nahezu jedem bekannt sein dürfte, ist daß das Präfix ‚nano' in Dimensionen für 10-9, also für ein Milliardstel steht. Das gilt beispielsweise für Längenskalen, hier ist ein Nanometer ein Milliardstel Meter, oder für Zeitskalen (1 ns ist 10-9 m).

Dementsprechend bestehen Nanomaterialien aus Partikeln, deren Dimensionen sich auf einer Größenskala von einigen Nanometern bewegen. Also in einem Zwischenbereich zwischen atomaren Größenskalen im Bereich von einigen 100 pm (100 Billionstel Meter) und dem makroskopischen Bereich, der in unserer Welt erfahrbar ist. Dies stellt eine sehr weite Definition für Nanomaterialien und Nanotechnologie dar, in die verhältnismäßig viele Materialien fallen. Diese Definition erhält Ihre Berechtigung dadurch, daß es in diesem Größenbereich gerade noch möglich ist, Materialien mit ‚Funktionen' auszustatten, anstatt mit den Eigenschaften der Moleküle zu leben.
Darüber hinaus existiert noch eine engere Definition, die besagt, daß nur Technologien als Nanotechnologie anzusehen sind, bei denen die entscheidenden Eigenschaften nur aufgrund der Dimensionierung im Nanobereich auftreten, und nicht bereits in größer dimensionierten Proben desselben Materials vorhanden sind. Meiner Meinung nach stellt dies auch die einzig sinnvolle Definition dar, denn das enorme Interesse an der Nanotechnologie stützt sich ja eben auf die neuartigen Eigenschaften der Materialien und nicht einfach auf die Tatsache, daß die Partikel klein sind.

>> zu Teil 3: Was sind Flüssigkristalle?